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Lese-Tipp!

 

Die großen Streiks

Episoden aus dem Klassenkampf

Holger Marcks und Matthias Seiffert (Hg.)

Die großen Streiks umfasst eine Reihe von bedeutenden und kämpferischen Streiks des 20. Jahrhunderts, die weitgehend in Vergessenheit geraten sind. Vom einfachen Lohnkampf bis zum Generalstreik, vom Erfolg auf ganzer Linie bis zum totalen Fiasko.

Alle AutorInnen sind entweder aktive GewerkschafterInnen (SyndikalistInnen), Angehörige der libertären Bewegung oder stehen dieser nahe. Die in den jeweiligen Beiträgen gelieferte Perspektive baut somit unmittelbar auf deren praktischen und theoretischen (Erfahrungs-)Horizont auf. Weiterlesen...

 

HERAUS ZUM ERSTEN MAI!

 

 

Erster Mai – Einerlei?

Erster Mai: Staatsfeiertag? Sozialdemokratische Selbstbeweihräucherung oder linksradikales Karnevalsspektakel? Vielleicht, eigentlich aber ist der erste Mai der Kampftag der ArbeiterInnklasse! Klingt doof? Wir meinen nicht!

Von sämtlichen Parteien und Diktaturen vereinnahmt und missbraucht, nahm dieser Tag 1889 in den USA seinen Ausgang. Zu der Zeit kam es dort zu Massenstreiks für die Durchsetzung der 8 Stunden Tages, welche in Chicago zu massiven Auseinandersetzungen mit der Polizei führten. Am 4. Mai warf ein Unbekannter am haymarket eine Bombe in die Reihen der Polizei und tötete damit einen Polizisten. Dutzende Polizisten und DemonstrantInnen wurden verletzt. Acht Organisatoren der Kundgebung – die sogenannten Anarchisten von Chicago – wurden daraufhin festgenommen und des Tatbestandes der Verschwörung angeklagt und verurteilt. Vier von ihnen wurden durch den Strang hingerichtet, einer beging in seiner Zelle Selbstmord. Die restlichen drei wurden Jahre später begnadigt.

Eine weltweite Welle der Sympathie für die betroffenen Genossen in den USA, getragen von der ArbeiterInnenbewegung führte dazu, dass der 1. Mai 1890 auf Anregung der Zweiten Internationale -in vielen Ländern illegal- als Kampftag der ArbeiterInnenbewegung begangen wurde.

Und hier und heute? Die traditionelle ArbeiterInnenbewegung hinterlässt einen Scherbenhaufen und tritt am heutigen, als einen der wenigen, Tage öffentlich auf, um sich gegenseitig in Moskaumanier zuzuwinken.

 

Kein Bedarf an ArbeiterInnenbewegung?

Nun, es sind die Abscheulichkeiten eines unsozialen Systems, nennen wir es Kapitalismus, die uns hier und heute auf die Straße gehen lassen. Es ist der zunehmende ökonomische Druck, der auf großen Teilen der Gesellschaft lastet, der zu dem Slogan „prekär arbeiten, prekär tanzen“ führte. Es ist die Brutalität eines mörderischen Weltsystems, der wir heute unsere Abscheu entgegenbringen.

Der Kapitalismus existiert heute wie vor 119 Jahren, auch wenn er sein Gesicht verändert hat.

Kapitalismus ist nur als Klassengesellschaft denkbar und begreifbar. Es zeigt sich heute wieder mehr als noch vor wenigen Jahren, dass die beiden Klassen und deren Interessen nicht vereinbar sind. Kapitalismus ist nicht reformierbar!

Wir AnarchosyndikalistInnen wollen - genauso wie unsere GenossInnen vor 119 Jahren - nicht nur unmittelbare Verbesserungen unserer Lebens- und Arbeitsbedingungen erreichen, wir kämpfen auch weltweit für die Abschaffung der Lohnarbeit und für die umfassende soziale Selbstverwaltung. Darum sind wir hierzulande in der Föderation der ArbeiterInnen-Syndikate organisiert. Einer Gewerkschaft ohne Oben und Unten. Einem solidarischen Zusammenschluss von ArbeiterInnensyndikaten (Branchengewerkschaften) in denen ArbeiterInnen organisiert sind, die der Überzeugung sind, dass das Leben nicht nur aus Malochen, Kuschen und dem Warten auf den Tod besteht. ArbeiterInnen, die überzeugt davon sind, dass die Verhältnisse veränderbar sind und dass dies nur die ArbeiterInnen selbst tun können.

 

Und das nicht nur am 1. Mai - Bist du dabei?

Föderation der ArbeiterInnen-Syndikate